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Barfuß durch den Dschungel – Karibik-Abenteuer abseits des Party-Mainstreams  

Der folgende Beitrag ist Teil der Gastautorenreihe “Traust Du Dich?” auf doyoudare.de

von Isabella Falter

Auf Reisen ist man mutiger als zuhause im Alltag. Die einzelnen Momente sprühen nur so vor Energie und man fühlt sich extrem lebendig. Sowas von da. Offen für neue Erfahrungen. Manchmal schlägt man vielleicht auch etwas über die Stränge. Und damit meine ich nicht, sein Curry zu Mittag mal mit Rosinen zu probieren, anstatt der üblichen Karotten …

Im Karibikarchipel Bocas del Toro

Von Costa Rica aus fahre ich nach einer etwas verwirrenden Grenzüberquerung zu Fuß über eine wackelige Holzbrücke mit dem nächsten Bus direkt zum Inselarchipel Bocas del Toro. Die Haupt(party-)insel überlasse ich getrost den anderen Backpackern, auf ihr findet kein authentisches Leben mehr statt. Mein Lonely Planet hat mir nicht besonders viel verraten über die Insel Bastimentos, auf die mich nun ein Taxiboot über gut zwei Meter hohe Wellen kutschiert. Diese Nussschale könnte sehr leicht kentern und all mein Hab und Gut wäre dahin. Aber der Bootslenker wird schon wissen was er hier tut.

Gut. Dann holen wir halt noch den freundlich winkenden, braungebrannten Surfer dort hinten bei den noch höheren Wellen ab – das fängt ja schon gut an!

Meine Ankunft auf Bastimentos ist sehr entspannt und ich finde den Vibe hier sofort ansteckend. Auf der Insel gibt es nur ein Hostel, da fällt die Wahl glücklicherweise auch nicht schwer. Überall Hängematten. Steve, der Besitzer, ist extrem entspannt und hilfsbereit. Dementsprechend gut drauf sind auch die anderen Backpacker, die ersten paar Bier sind schnell leergetrunken.

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Suche nach dem sagenhaften “Wizard Beach”

An einem wunderschönen Tag machen wir uns zu zweit auf, um einen Teil der Insel zu erkunden. Es soll oben auf dem Hügel eine Kakaofarm geben. Der Weg dorthin ist etwas schlammig, weil es die letzten paar Tage viel geregnet hat. Man hat uns auch von einem atemberaubend schönen Strand erzählt, dem „Wizard Beach.“ Er soll nur über insgesamt zwei unbefestigte Pfade durch den Dschungel zu erreichen sein. Einer davon beginnt direkt hinter der Kakaofarm. Dort fragen wir den freundlichen Besitzer, wohin wir gehen müssen.

Anstatt zu antworten, nimmt er uns erstmal unsere Rucksäcke, Kameras und Schuhe ab und gibt und jeweils einen Stock aus Holz in die Hand. „You don´t need this, it´s a dangerous area. Many tourists get robbed here. They have guns and will take all your belongings! Better you only go with your clothes and a bottle of water.“ Ich frage ihn, ob es denn hier nicht sehr gefährlich sei, barfuß durch den Dschungel zu gehen.

Barfuß im Dschungel unterwegs

Er bestätigt meine Befürchtung: hier soll es die giftigste Schlange Panamas geben. Einmal gebissen, stirbt man innerhalb einer halben Stunde an ihrem Gift. Also: Augen auf und los geht’s!

Am Eingang des Weges kommt uns ein Surfer entgegen. Seine Füße sind großzügig mit Schlamm benetzt, sein Surfbrett klemmt unterm Arm. Seine Augen leuchten, als hätte er gerade das schönste Erlebnis auf Erden gehabt. Wir müssen diesen Strand finden!

Wir kämpfen uns insgesamt sicher über eine Stunde (oder sind es zwei, wir haben ja keine Uhren dabei) durch unwegsames Gelände. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es hier viele gefährliche Tiere gibt. Menschen begegnen wir keinen.

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Zum Surfer-Paradies: Always follow the Plastic-Flowers!

Ohne dem Stock und der Flasche Wasser wäre diese Wanderung ein Ding der Unmöglichkeit. Der Kakaofarmbesitzer wusste also, wovon er spricht. Manchmal kommen wir vom Weg ab und müssen erst wieder zurückfinden.

„Always follow the plastic flowers, they are made out of plastic bottles!“ hat uns der nette Mann eingetrichtert. Das funktioniert glücklicherweise erstaunlich gut. Er dürfte diesen Weg also schon öfter gegangen sein.

Wann kommt der Strand? Ich kann es nun kaum erwarten. Auf einmal höre ich Wellenrauschen und die Laute des Dschungels werden leiser. Wir sind gleich da! Die letzten paar Meter beginnen wir zu laufen, weil wir uns so freuen. Sand zwischen den Zehen. Gelber, weicher Sand. Wilde Wellen. Türkises Meer. Wind in den Haaren und auf der verschwitzten, mit Schlamm vollgespritzten Haut. Weg mit den Kleidern! Auf ins Wasser. Endlich! Das ist Natur pur. Hier gehöre ich hin.

Einige Meter weiter ist noch eine kleine Gruppe von anderen Abenteurern. Sie haben eine Machete mitgebracht und schlagen sich Kokosnüsse von den Palmen, um sich das frische Kokoswasser direkt in den Mund zu leeren. Das ist das Paradies nachdem ich gesucht habe.

Ein Paradies, das es nun nur noch in meiner Erinnerung gibt. Fotos konnte ich ja keine machen. Vielleicht war das der wahre Grund, weshalb wir barfuß und ohne Gepäck durch den Dschungel gewandert sind: um das Geheimnis dieses Strandes noch etwas länger vor den Touristenmassen zu schützen.

Mein Resumée und Ratschlag an euch? Es lohnt sich oftmals sehr, die noch nicht breitgetretenen Pfade zu begehen. Auch wenn es Schweiß und Anstrengung kostet, am Ende wird man belohnt! Und damit meine ich nicht nur Dschungelpfade.

Mehr über Isabella erfahrt ihr in ihrem Autorenprofil und auf ihrem Blog!

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