Outdoor-Apotheke

Erkältungen, Allergien & Fieber: Reiseapotheke #3

Endlich ist es soweit: Für viele kommt nun der wohlverdiente Sommertrip und mancher traut sich vielleicht endlich das lang erträumte Sabbatical zu starten. Doch jede Reise jenseits der europäischen Pauschalurlaube bringt ihre ganz eigenen Herausforderungen. Insbesondere Reisen in die Tropen, nach Afrika oder Asien können für die eigenen Gesundheit zur Zerreißprobe werden. Damit ihr unterwegs auf alle Unwegsamkeiten vorbereitet seid, gibt es nun für euch den dritten Teil meiner Reiseapotheke für alle Lebenslagen!

Klar, Aspirin findet sich bereits in jeder Handtasche. Doch hilft das nicht nur gegen Kopfschmerzen, sondern ist auch noch fiebersenkend! Dazu solltet ihr ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, wie z.B. Ibuflam oder Ibuprofen, einpacken. Ob nun Ohrinfektion oder Rippenfellentzündung, jede Art von Infektion könnt ihr so schon in den Anfängen in den Griff bekommen. Bei Gelenksentzündungen können bereits Voltarentabletten eine gute Alternative sein. In besonders schlimmen Fällen von Rückenschmerzen können Ibuflam & Co euch und euren Rucksack im Notfall auch noch bis zur nächsten Raststation bringen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn der Wirkstoff wirkt schnell belastend für die Leber und sollte vor allem auch deshalb nicht länger als drei Tage und auf keinen Fall in Verbindung mit Alkohol eingenommen werden!

Malaria & Co: Alles gegen die Mückenplage

Schließlich kommen wir zu den leidigen Stechmücken und anderem Kriechgetier. Zum Mückenschutz haben sich neben den natürlichen Mitteln wie „Zedan“ vorallem „AntiBrumm“, die „Balistol“-Produkte und „NoBite“ bewährt. In jedem Falle sollten zwei verschiedene Mittel eingepackt werden, denn je nach Region wirken die Mittel unterschiedlich gut. Zum Zelten und für draußen sind die sogenannten „Mückenspiralen“ zum Anzünden weiterhin das wirksamste Mittel. Die Stoffe der Spiralen sind allerdings giftig, waren in der EU eine zeitlang nicht frei verkäuflich und sollten sehr sparsam eingesetzt werden.

In Malaria-Gebieten wird derlei Vorsorge besonders wichtig und sollte des Nachts durch ein eignes (!) Mückennetz über der Schlafstelle ergänzt werden. Das habt ihr zu Hause auf kleine Löcher geprüft und kann zusätzlich mit Raumspray gegen Mücken behandelt werden. Wird eine Hütte oder ein neues Zimmer bezogen, sollten vor allem die Ecken und Vorhänge vor dem Einzug eingesprüht werden. Danach einfach gut zwei Stunden warten und das Zimmer ist insektenfrei und bezugsfertig.

Mücke

Ist es allerdings zu spät und die Insekten haben zugebissen, gilt es, den Stich auf keinen Fall aufzukratzen, da ansonsten Infektionsgefahr besteht. Fenistil und ähnliche Mittel lindern zunächst den Juckreiz. In Malariagebieten macht es Sinn, ein Medikament für „danach“ einzupacken. Zum Beispiel Malarone. Dieses kann nach dem verdächtigen Stich direkt eingenommen werden und verhindert den Ausbruch der Krankheit, die einen im Übrigen bei Infektion ein Leben lang begleitet. In jedem Falle gilt es, stets auf beginnendes Fieber und den für die Krankheit typischen Schüttelfrost zu achten, um sich bei Erkrankung möglichst schnell in professionelle Behandlung zu begeben. Zusätzliche Sicherheit gibt hier ein Malaria-Selbsttestset.

Besonders Allergiker sollten zusätzlich an ein Anti-Histamin-Präparat, zumindest als Tabletten, denken. In flüssiger Form kann dieses bei einem allergischen Schock sogar Leben retten! Das Gleiche gilt für Asthma-Spray, das wirklich nicht nur bei Asthmatikern in keiner Reiseapotheke fehlen sollte.

Echte Alternativen: Es müssen nicht immer Tabletten sein!

Bei anderweitigen Erkältungen und Fiebererkrankungen gilt oft weniger ist mehr: Bei Erkältung, Husten und Halsschmerzen helfen ein Tee aus Salbei- oder Thymian mit Honig und eine Inhalation mit einer Atemwegssalbe wie Transpulmin. Schlimme Halsentzündungen bekommst Du mit Salzwasser zum Gurgeln leicht in den Griff. Frisches Vitamin C bringt die Abwehrkräfte wieder auf Vordermann. Großartig funktioniert frischer Ingwertee. Hierfür gut 3 cm Ingwerwurzel kleinschneiden, auf 0,5 Liter auskochen, abkühlen lassen und Honig und frischen Zitronensaft einer Zitrone zugeben.

Salben und Tees können auch bei anderen Krankheiten Wunder wirken! Statt Chemie hilft bei Magenproblemen und außerdem Augenentzündungen Kamillentee. Alkohol ins Ohr geträufelt desinifiziert und hilft bei Ohrenschmerzen. Wer ganz sicher gehen möchte, packt zum Schluss noch jeweils ein Fläschchen Augen- und Ohrentropfen ein.

Und zu guter Letzt:

Zu guter Letzt noch eine wirklich lohnenswerte Empfehlung: Ein „Zahnset“ mit starker Betäubung und provisorischer Plombe rettet Dich vom Dschungel noch bis zum nächsten Zahnarzt. Die gibt es freiverkäuflich in den USA. Gleiches gilt im Übrigen für viele Medikamente, die in Deutschland nur auf Rezept vom Hausarzt zu bekommen sind.  Also, bei der nächsten USA-Reise die Liste für die Reiseapotheke nicht vergessen!

Natürlich braucht ihr nicht für jeden Trip alles einzupacken. Der Zustand und das Mindeshaltbarkeitsdatum der Medikamente solltet ihr zudem auch vor jeder Reise prüfen.

Packliste #3 Essentials Reiseapotheke

Erkältungen, Fiebererkankungen, und Insektenplage
Aspirin
Ibuflam
Mückenspray und –netz
Fenistil
Malarone, Malaria-Selbsttestset
Anti-Histamin-Präparat und Asthma-Spray
Tee: Kamille, Salbei, Thymian
Zahnset

Die Beiträge #1 (Verletzungen) und #2 (Magen-Darm) meiner Reiseapotheke vervollständigen eure Packliste!

Für euer nächstes Abenteuer seid ihr dann bestes vorbereitet. Am besten ist es natürlich, wenn ihr die Reiseapotheke gar nicht braucht!

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