Sprung ins warme Wasser! Wie man einen Walhai reitet

Die Gerüche, das Essen, die Menschen, die Natur, die Kultur, die Verhaltensmuster, die Kleidung – jedes Land ist besonders und einzigartig. Reisen bedeutet für mich, sich frei entfalten zu können. Gleichzeitig hinterlässt jedes Land unvergessliche Erinnerungen sowie dauerhafte Spuren…wie meine Abenteuer auf Java! ein Gastartikel von Isabell Gsuck

Der folgende Beitrag ist Teil der Gastautorenreihe “Traust Du Dich?” auf doyoudare.de

von Isabell Gsuck

Wir drei Weltenbummler, Charles, Franziska und ich, gingen wie so oft in das Einkaufszentrum in Surabaya. Da wir hier auf Java in keiner typischen Gegend für Backpacker waren, fielen wir auf. Wie auch nicht? Charles ist eine zwei Meter große Bohnenstange mit Lockenkopf, Franziska eine rothaarige Schönheit, nun ja und ich, ein Mädchen mit jeder Menge Tattoos.

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Kann man einen Walhai reiten? Das Abenteuer meines Lebens

Wie so oft wurden wir von den Locals gefragt, ob wir mit Ihnen ein paar Photos machen könnten. Natürlich stimmten wir zu. Als die ersten Bilder gemacht wurden, sahen wir einen Amerikaner. Nur ein paar Augenblicke später kamen wir mit ihm ins Gespräch.

Schließlich wurden wir gefragt,  was wir hier machen und woher wir drei kommen. So erklärten wir ihm, dass wir gerade Ost-Java bereist haben und nun die Philippinen folgen. Da bald mein Geburtstag ansteht und wir den Wunsch hegen, an diesem mit Walhaien schnorcheln zu gehen. Daraufhin fing er laut an zu lachen und verriet uns, dass wir genau das wenige Minuten von Surabaya in diesen Tagen erleben können. Er hätte dies gestern erst getan. Die Tiere seien zu dieser Zeit zum Fressen an den Küsten und man könnte diese sogar reiten. Ich wurde skeptisch und fragte Ihn – Walhaie reiten?  Nur zu gern hätte ich unsere ungläubigen Gesichter gesehen.

Daraufhin holte der junge Mann sein Mobiltelefon heraus und zeigte uns unfassbare Bilder. Tatsächlich, er ritt einen Walhai. Wir schauten uns an und wussten, das wollen wir auch! Unbedingt! Am besten sofort! Wir waren aufgeregt und neugierig. Nachdem wir uns alle Einzelheiten notierten, planten wir unseren Ausflug für den darauffolgenden Tag.

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Aufregende Stunden auf Java – bald geht es los!

 Die Nacht war recht kurz. Wir waren aufgeregt und wussten nicht, was heute geschehen würde. So nahmen wir einen dieser abenteuerlichen Local-Busse und fuhren über Straßen, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdienten, zur besagten Stelle. Als wir an das Ufer kamen, sahen wir 2 urige Fischerboote. Warum sind hier keine anderen Menschen? Ist das die richtige Stelle? Folglich fragten wir die einheimischen Fischer, ob es hier Walhaie gäbe und ob man diese denn reiten könne. Daraufhin sagte einer der Männer: „Ja natürlich, nur 10 Minuten von hier. Aber es gäbe wiederum Tage, an denen man keine Walhaie sähe.“

Wir stiegen in das kleine, blau angestrichene Fischerboot und beobachteten die Wasseroberfläche. Wir hofften wenigstens einen Walhai auffinden zu können. Und dann, nach wenigen Minuten sahen wir die ersten gewaltigen Rückenflossen. Wir freuten uns, lachten, sprangen herum und wurden immer nervöser. Wir zählten laut die Flossen … eins, zwei, drei, vier…zwanzig. Es war unglaublich, das Zählen hatte kein Ende. Eines dieser Riesen-Exemplare, streifte fast unser Boot. Nachdem wir die Walhaie beobachteten und fotografierten, ging es los.

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Ab ins Wasser! Der Walhai und ich

Als ich ins Wasser sprang, war ich dem Herzinfarkt nahe. Aufregung, Übermut und Angst überwältigte mich gleichermaßen. Erst beim zweiten Anlauf schaffte ich es, mich an der Flosse richtig festzuhalten und auf den Rücken eines Walhaies davon zu schwimmen. Ich war so glücklich, dass sogar ein paar Freudentränen flossen. Ich genoss jede Sekunde, spürte die Haut des Hais und die enorme Kraft. Es fiel mir schwer zu atmen. Ich hatte das Gefühl, jederzeit aus einem Traum aufwachen zu müssen. Aber nein, es war real und passierte hier und jetzt.

Wir ritten unzählige Walhaie, teilweise sogar zu dritt einen. Wir redeten nicht viel und ließen das Ganze auf uns wirken. Wir waren sprachlos, beeindruckt, einfach glücklich!

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Trau Dich!

 Ich bin an meine Grenze gegangen und wurde dafür belohnt. Dieses Erlebnis war das beeindruckendste meines ganzen Lebens. Lebe mutig, optimistisch, spontan und abenteuerlustig.

„Sei verrückt, bewahre dir deine Träume. Die Vernünftigen träumen nicht so schön wie die Verrückten.“

(Charles Baudelaire)

Mehr über Isabell erfahrt ihr auf ihrer Autorenseite!

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