Surfen, Sauna und Surströming am Polarmeer

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Party ohne Morgengrauen

 

Gammelfisch essen, mit Elchkebab runterspülen, Bier schmuggeln, Surfen im Polarmeer und Partynacht ohne Morgengrauen: Der längste aller Rallye-Tage liegt vor uns und wir lassen es richtig krachen! Tag 4, 4 ½ und 5 – Surfen, Sauna und Surströming am Polarmeer.

Die Tages-Challenge: Mit einer offenen Dose vergorenem Fisch fahren wir über 200km

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Gestank zum Essen – “Lecker” Surströmming

Nach einem kurzen Sprung in inzwischen reichlich kaltes Meerwasser fahren wir in Schweden weiter nach Norden. Geplant ist, nicht die Hauptroute über Kiruna an der Ostsee entlang zu nehmen, sondern auf die Alternativstrecke nach Norwegen über Land nach Nordwest abzubiegen. Mittags machen wir Zwischenstopp an einem Einkaufszentrum – und treffen wieder auf Team 116, Rob und Belinda im Porsche und Team 119, Corinna und Jan im Chevi Van. Wir versammeln uns auf dem Parkplatz um zwei kleine unscheinbare Dosen: Die Tages-Challenge: Mit einer offenen Dose Sürstromming, einer schwedischen Spezialität aus vergorenem Fisch, sollen wir 200 km fahren, Beweisfotos inklusive. Bereits die geschlossene Dose verströmt einen unbeschreiblichen Geruch nach lange totem Tier. Hinter uns übergibt sich derweil ein anderes Team ins Gras. Mit dem Dosenöffner wird die erste Dose angestochen und ein Strahl Fischöl ergießt sich über unseren Team-Chef.

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Unterwegs

Weder ein Abrieb mit Rum, noch zwei Heißwasserwäschen an der Tankstelle können den nicht zu beschreibenden Verwesungsgeruch vollständig vertreiben. Auf keinen Fall kommt uns der Fisch jetzt mehr ins Auto! Wir fixieren das Ungetier in Folie gewickelt, natürlich mit Gaffa-Tape, auf dem Dachgepäckträger. Einen Wunderbaum, Geschmacksrichtung „Skogsfrist“ (Waldduft) nahe bei Chef angebracht und exakt 200km später, halten die drei Teams im Nirgendwo, um den Fisch loszuwerden. Doch ist wieder einer unerschrocken und schlägt das undenkbare vor: Den Gammelfisch essen. Eiskalt verzehrt Rob das ganze Filet ohne eine Mine zu verziehen. Jan, Niko und mir bleibt jetzt nichts anderes übrig, als nachzuziehen. Mit viel Heldenmut und Gesichtsakrobatik wird das wabbelige Getier hinuntergewürgt und erleichtert lassen wir den Doseninhalt am Straßenrand für Schwedens Fauna zurück. Noch bis zum nächsten Tag scheint uns stets ein Hauch Surströmming zu umwehen…

Wider der Prohibition: Unser ‘Boardwalk-Empire’

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Elchkebab am Polarkreis

Wie wir würden Team 116 und 119 die erlaubte Alkoholmenge nach Norwegen von 5l Bier oder 1 Flasche Schnaps voraussichtlich geringfügig überschreiten, so dass wir uns schnell einig werden, die Alternativroute 95 aus Schotter und Schlaglöchern durch das Nichts Lapplands zu fahren. Ein Tipp von Teamkollegen hatte als Idealzeitpunkt zwischen 2 und 4 Uhr Morgens angegeben, was sehr gut zu unserem Plan passt, um 4.30 die Fähre ab Bodø auf die Lofoten zu nehmen. Kurz hinter dem Polarkreis finden wir eine großzügige Parkfläche an einem wundervollen See, gut 100 km zum nächsten größeren Ort in beide Richtungen gelegen. Am Lagerfeuer bereitet Tjark ein großartiges Elch-Kebab mit Baked Beans und Reis zu, während Miriam und Niko das Auto „grenztauglich“ umpacken. So verschwinden gut 40l Dosenbier unter Würstchendosen oder getarnt als Milchkarton. Die morgige Tages-Challenge stellen wir demonstrativ sichtbar in den Kofferraum: Der Kasten König-Pilsner, den wir von Hamburg unangetastet bis auf die Lofoten transportieren sollen. Ende Tag 1.

Nachtfahrt zur Hurtingrouten-Fähre

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Norwegens Straßen

Nach einer viel zu kurzen Stunde Schlaf in Autos und Zelt starten wir um halb zwei zur Grenze. Die nächsten 50km entführen uns in eine andere Welt aus Nebel, karstiger Landschaft und Rentieren im Dämmerlicht. Kurz vor der Grenze nach Norwegen steigt noch einmal der Blutdruck. Aus den Bergen Lapplands fahren wir steil bergab und halten direkt auf die Zollstation zu. Doch morgens um zwei lässt sich absolut niemand blicken und wir können aufatmen. Mit leichtem Bleifuß cruisen wir die nächsten beiden Stunden entlang atemberaubender Täler und erreichen die Hurtigruten-Fähre auf den Punkt. Völlig erschöpft schlafen wir tief und fest bis zum Anlegen. Um acht Uhr morgens fahren wir von der Fähre auf die Lofoten. Gegen halb zehn ist Frühstück, morgens in Norwegen. Wir ergattern völlig überteuerten Kaffee und vertrocknete “Kaisersømmeln” in einem kleinen Einkaufszentrum an der einzigen Straße, die quer über die Lofoten führt. Im Outdoor-Laden treffen wir Sabine aus dem Erzgebirge, ausgewandert der Liebe wegen, sagt sie. Sie hilft Rob und Jan, ihre Angelausrüstung zu vervollständigen und wir dürfen ein Bild mit ihr vor ihrem Pickup machen: Eine der Foto-Challenges ist ein Schnappschuss mit einer großen, outdoorgeprüften Blondine. Mission erfüllt!

Surfen im Polarmeer und Party ohne Morgengrauen

Surf'S up!
Surf’s Up

Derweil sind Team 116 und 119 vom Angeln zurück und wir treffen uns an der Surf-Schule zur Outdoor-Sauna mit Tauchbecken: Mit einem kühlen Bier ein gelungener Abschluss unseres Surf-Erlebnisses. Erst gegen sieben Uhr Abends machen wir uns auf den Weg zum Tagesziel in der Region Hov (nicht Hof/Salle, natürlich). Dort findet heute das erste offizielle Rallye-Treffen auf der Strecke statt. Auf einer abgesteckten Wiese direkt am Strand, inmitten sattgrüner Berge sind schon gut die Hälfte der anderen Teams vor Ort. Musik wummert uns entgegen und der Gemeinschaftsgrill läuft bereits: Festival-Feeling pur! Endlich werden wir den vollen Kasten König Pilsener los, die Tages-Challenge wird mit einem Haken quittiert und wir geben das Bier an Team 116 ab.

Eine geile Feiergemeinde!
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Nachtwanderung zum Leuchtturm

Bis weit in die Morgenstunden schnacken (klönen, waafn) die Rallye-Fahrer und tauschen sich am großen Feuer am Strand über ihre Erlebnisse aus. Wir schließen unseren Tag 5 mit einer Nachtwanderung entlang der Küste zu einem Leuchtturm und einem gestrandeten Wal ab. Auf unserem Rückweg begleitet uns die Sonne über dem Horizont und um drei Uhr tauschen wir dann unsere Sonnen- gegen die Schlafbrillen. Endlich auf’s Ohr hauen: nach drei vollkommen abgefahreren Tagen ‘on the Road’.

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