Wundbehandlung und Verletzungen: Reiseapotheke #1

Vor allem Backpacking und Outdoor-Abenteuer können ganz schön „auf die Knochen“ gehen. Ob nun Fehltritt oder Wespenstich – wenn was passiert findest Du Dich dann bestimmt gute fünf Stunden Wanderung von der nächsten Straße entfernt und keine Hilfe in Sicht. (Die krassesten Verletzungen sind mir allerdings nicht in Wildnis oder Wüste untergekommen, sondern eher bei grobem Unfug. Zu diesen Geschichten später noch mehr, hier soll es ja erst Mal darum gehen, wie man sich auf derlei Notfälle vorbereitet.) Damit Du Dir selber helfen kannst, hier “Die Essentials Deiner Reiseapotheke und was damit anfangen!”

Reiseapotheke Verbands-Essentials und was damit anfangen!

Mit den folgenden Verbands-Essentials können nahezu jede Art von Verstauchungen, Schnitten und Prellungen sinnvoll versorgt werden:

Verbandsschere, Wundspray, Pinzette, Pflaster zum Zuschneiden, Wundauflagen und Kompressen, zwei Mullbinden, eine Kurzzugbinde, Nahtpflaster und das Allroundtalent Dreiecktuch.

Wer mit dem Auto oder Kanu unterwegs ist, kann sich auch ruhig noch das gute, alte Eis-Spray und, falls zur Hand, jeweils eine Stützmanschette für Knöchel und Knie einpacken.
Kleine Risse und Kratzer heilen in unseren Breitengraden am besten ohne weitere Behandlung an der frischen Luft. Wichtig ist hier nur die regelmäßige Impfung mit Tetanus und Wundstarrkrampf. Sobald Du jedoch südlicher unterwegs bist und die Luftfeuchtigkeit steigt, schaden auch bei kleinen Wunden Wundspray zur Desinfektion und eine dünne Schicht Fettsalbe wie Linola nicht. Zusätzlich kann ein zurechtgeschnittenes Pflaster zum Abdecken aufgebracht werden. Ist der Kratzer dann abgetrocknet, kann das auch wieder entfernt werden. Splitter lassen sich mit einer „Zugsalbe“ wie Ichtolan leichter entfernen und können bei jeder Art Abszess eingesetzt werden.

Solo Wandern
Vorallem wer alleine unterwegs ist, sollte seine Erste-Hilfe-Ausrüstung überprüfen!

Schlimmere Verletzungen wie tiefe Schnitte oder schwere Schürfwunden sollten hingegen immer erst vorsichtig mit Pinzette und sauberem (wenn möglich abkochen) Wasser von Steinchen und Schmutz gereinigt und dann desinfiziert werden. Beginnen Verletzungen zu heilen, beschleunigt eine Wund- und Heilsalbe wie Bepanthen oder auch eine einfache Fettsalbe die Heilung.

Druckverband & Co: Erste-Hilfe bei arteriellen Verletzungen

Fließt viel helles Blut pulsierend aus der Wunde, ist eine Arterie verletzt. Das Reinigen ist hier zweitrangig, vielmehr muss die Blutung gestoppt werden. Kaltes, klares Wasser (oder noch besser Eis) mindern den Blutfluss. Dann legst Du mit Kompresse, Mullbinde und Kurzzugbinde einen Druckverband an. Aber Vorsicht! Der Verband darf nicht die Durchblutung des Körperteils behindern. Sitzt der Verband zu fest, kann statt der Zugbinde auch das Dreicktuch zum Einsatz kommen. Dies ist nur eine Erste-Hilfe-Maßnahme! Mit ein wenig Erfahrung und Selbstvertrauen kannst Du später mit sogenannten Nahtpflastern größere Wunden auch selbst verschließen. Ist die Blutung gestoppt, sollte sich jedoch schnellstmöglich eine Fachperson die Wunder besehen. Oder Du bildest Dich selbst rechtzeitig für einen solchen Notfall weiter, zum Beispiel mit Kursen beim Roten Kreuz in Deiner Nähe. 

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Verletzungen passieren gern weit von der nächsten Teerstraße – also: gut vorbereiten!

Verstauchungen, Prellungen, Verbrennungen

Bei Umknicken und Verstauchungen hilft vor allem Kühlen und Hochlegen des Knöchels. Bei Verdacht auf eine Bänderdehnung, am besten in dieser Reihenfolge: Pause, Kühlen, Kompression (Anlegen eines Druckverbandes), Hochlagerung. Unterstützt wird die Heilung durch eine Sportsalbe, wie zum Beispiel Mobilat und das Bandagieren mit einer Mullbinde. Wer zu schmerzenden Knien oder auch Rückenweh neigt, packt vorsorglich Voltaren, oder eine pflanzliche Alternative wie, z.B. Traumaplant als entzündungshemmende Salbe ein. Extreme Fälle von Muskelschmerzen durch Verspannungen, z.B. vom Tragen eines schweren Rucksacks, bekommst Du mit Finalgon in den Griff, landläufig bekannt als Heißsalbe. Achtung, nicht mit den Händen auftragen, das Zeug brennt wie Feuer!

Und bei Reisen in den Süden darf schließlich auch eine kühlende Salbe bei Sonnenbrand wie Fenestil oder noch besser Aloe nicht fehlen! Für die ganz vorsichtigen unter euch schadet auch eine leichte Kortisonsalbe nicht. Bei Verbrennungen und allergischen Reaktionen wird die Haut beruhigt und Jucken gelindert. Zum Abheilen kommt dann wieder die Fettsalbe zum Einsatz. Die ist übrigens auch perfekt bei Wanderungen in der Kälte ab Minus 5 Grad. Ob Snowboarden in den Alpen oder Hundeschlittenrennen in Dawson Creek: einfach das ganze Gesicht gut einreiben!

Packliste #1 Essentials Reiseapotheke

Wundversorgung
Verbandsschere
Pinzette
Rasierer
Wundspray
Pflaster zum Zuschneiden
2 Wundauflagen
2 Kompressen
2 Mullbinden
1 Kurzzugbinde
Nahtpflaster
Stumpfe Verletzungen/
Verbrennungen/HautirritationenSportsalbe
„Zugsalbe“
entzündungshemmende Salbe
Heißsalbe
kühlende Salbe
Fettsalbe
Kortisonsalbe

Die Beiträge #2 (Magen-Darm) und #3 (Fieber und Infektionen) meiner Reiseapotheke vervollständigen eure Packliste!

Für euer nächstes Abenteuer seid ihr dann bestes vorbereitet. Am besten ist es natürlich, wenn ihr die Reiseapotheke gar nicht braucht!

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